Tierliebe

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Ich selbst bin nicht mit Tieren aufgewachsen und auch der Kontakt zu Tieren hielt sich in Grenzen. Mein Mann dagegen ist mit vielen Tieren aufgewachsen (irgendwie auch verständlich, wenn die Eltern Zootierpfleger sind).

Erinnern kann ich mich gar nicht so recht, ob ich jemals großes Interesse an Tieren gezeigt habe. Wir hatten, bis dass ich von zu Hause ausgezogen bin, keine Haustiere. Danach hat meine Mama (auf Wunsch meiner beiden Geschwister) einen Hund gekauft, der dann bei ihr blieb als die Beiden auch auszogen.

Und dann hab ich irgendwann viel später (vor 8 Jahren) meinen Mann kennengelernt, der 2 Katzen als Haustiere hatte – und zack! angesteckt. Seine Eltern sind Zootierpfleger, bzw. sein Vater sogar Zootierpflegermeister. Ich habe mich mit den Katzen schnell angefreundet und als wir dann umgezogen sind, hab ich sogar meinen “eigenen” kleinen Baby-Kater ins Haus geholt, der mit 2 Monaten zu uns kam, mein erstes Baby – ein Jahr bevor ich zum ersten Mal schwanger war. Er hat mich über die lange langweilige Zeit hinweggetröstet, als ich zuerst wegen Bänderriss und anschließend wegen Fuß-OP 2 Monate zu Hause bleiben musste. So lag wenigstens ein kleiner süßer schnurrender Kater neben mir auf dem Sofa. 😉

Ludger und Artur - 2

© Mamis Blog

Durch die Schwiegereltern, die im Zoo arbeiten, waren wir relativ regelmäßig im Zoo und ich erfuhr etwas über Tiere, die ich vorher nicht mal kannte. Und das Haus und der Garten der Schwiegereltern bieten auch Lebensraum für viele Tiere, weil ihr Beruf gleichzeitig ihr Hobby ist oder andersrum. Und irgendwie mögen Kinder ja auch Tiere schon von Natur aus, erst recht wenn die Großeltern im Zoo arbeiten. Die Große kann alle Zootiere und auch die, die in Terrarien und im Garten der Großeltern leben, benennen, erkennen und hat sie teilweise gefüttert oder sogar auf der Hand gehalten, z. B. Schlangen, Schildkröten, usw. Was lag also näher als dass wir dann (als sie 2 war und die Kleine gerade geboren) auf einen Bauernhof fahren, um Urlaub zu machen. Das war die beste Idee, die ich jemals hatte. So ein schöner Urlaub war das. Und dort ist es passiert: die Große hat das Interesse an Pferden entdeckt (und ich im Übrigen auch). Jeden Tag hat sie dort auf einem Pony gesessen, wenn es auch aufgrund kurzer Aufmerksamkeitsspanne meist nur kurze Reitübungen waren, wenn man das überhaupt so nennen kann. Sie hat zumindest drauf gesessen und sich wohl gefühlt.

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© Mamis Blog

Und ich habe mich dadurch auch näher damit beschäftigt, irgendwie musste ich ja mal lernen, die von der Weide zu holen, wie man striegelt, was mögen Ponys, was ist zu beachten, wie geht das, was braucht man, usw. Leider habe ich erst kurz vor dem Urlaubsende erfahren, dass man da auch als Erwachsener Reitunterricht nehmen kann. Besser spät als nie – ich hatte dann an unserem letzten ganzen Urlaubstag Reitunterricht an der Longe, also das Pony wurde von der Reitlehrerin geführt und meine einzige Aufgabe war, mich festzuhalten und mich im Tempo und in dem Takt des Tieres darauf zu bewegen. Pony hört sich klein an, stimmt’s? Es war zwar ein Pony, aber es war viel größer als ich (habe gelernt, dass Ponys bis zu 1,40 m Schulter-Höhe haben können). Ganz schön hoch, ganz schön ungewohnt, aber doch sehr faszinierend, mal drauf zu sitzen – es war mein allererstes Mal und ich bin seitdem “verliebt”. Hätte ich es doch schon früher erfahren, dann wäre ich vermutlich öfter geritten. So konnte ich aber wenigstens mal schnuppern und war schon am Ende des Urlaubs voller Vorfreude auf das nächste Mal. IMG_2620

© Mamis Blog

Für die Große war es auch so schön, dass sie danach von nichts anderem sprach als von Ponys. Ok, Schweine füttern war auch ganz spannend,

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© Mamis Blog

aber die Ponys waren das Beste dort, wenn man sie fragte. Ich dachte, sowas muss es doch auch bei uns geben: Ponyreiten für Kinder. Und ich fand 2 Höfe, die auch in unserer Umgebung Ponyreiten für Kinder anbieten. Das habe ich dann vom Urlaub aus schon klar gemacht, dass wir mit ihr am Reitgewöhnkurs teilnehmen können. Eigentlich ist der Kurs erst ab 3 Jahre, aber weil sie schon so viel Erfahrung vom Urlaub hat, war es kein Problem und sie waren einverstanden, dass wir es ausprobieren. Und was soll ich sagen? Inzwischen ist sie Profi. Sie geht mit, die Ponys von der Weide holen, putzt die Ponys, kämmt die Mähne, weiß, dass man sich einem Pony nicht von hinten nähern darf, weil es sonst austreten könnte, weiß, wie man die Hufe auskratzt (möchte das am liebsten auch selbst machen), hilft mit, wenn die Sattel und Trensen geholt werden und schaut zu beim Satteln. Der Ausritt ist dann das Highlight und gleichzeitig der Abschluss vom Kurs.

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Wie üblich sind alle Bilder mein Eigentum und dürfen nur mit meiner Zustimmung gespeichert und genutzt werden: ”© Mamis Blog”

Wir gehen mit ihr (noch) nicht wöchentlich hin, weil der Kurs um die Mittagszeit stattfindet und sie noch nicht so gut ohne Mittagsschlaf klarkommt. Außerdem ist sie ja doch noch sehr jung, wenn man darüber nachdenkt, dass die Altersspanne der Kursteilnehmer größtenteils zwischen 4 und 6 Jahren ist. Sie ist also die jüngste, kennt sich dafür aber schon echt super aus. Und nicht zu unterschätzen ist, dass ich dort quasi kostenlos auch ganz viel lerne, sowohl den Umgang mit den Ponys als auch die Pflege (welche Bürste ist wofür) und später auch das Führen. Ich habe dadurch die Angst vor den Ponys verloren und mein Interesse ist geweckt. Ich habe mich auf die Warteliste setzen lassen für Longen-Stunden. Falls es vor dem Urlaub nicht klappt, dann spätestens im Urlaub wieder.

Ich finde es toll, dass meine Tochter und ich dadurch jetzt schon ein gemeinsames Hobby haben. Ich hoffe, dass ihr Interesse daran weiterhin erhalten bleibt. Das würde ich mir wünschen, denn sowas verbindet ja zusätzlich. Und die Kleine wird wahrscheinlich automatisch mit reinwachsen. Sie war auch schon ein paar Mal mit im Bondolino und hat die Ponys ganz fasziniert angeschaut. Ich denke, sie wird uns auch deutlich signalisieren, wenn ihr das Zugucken nicht mehr reicht. Ich bin gespannt!

Die Tierliebe jedenfalls finde ich toll und ich bin sehr dankbar, dass ich durch meine Töchter diese tolle Erfahrung machen durfte und darf.

Wie ist das bei Euch? Habt Ihr auch einen Bezug zu Tieren durch Eure Kinder oder schon immer? Und habt Ihr auch ein Hobby, das Euch und Eure Kinder verbindet? Ich freue mich auf Eure Kommentare. 

Eure Mami Renate

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2 thoughts on “Tierliebe

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