Trockenwerden – Zeitpunkt verpasst?

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Als die Kleine gerade auf der Welt war, war die Große 2 Jahre und 3 Monate alt. Zu dem Zeitpunkt ging sie relativ verlässlich auf Toilette. Ich konnte aber nicht immer so helfen wie ich wollte, weil ich meistens genau dann am Stillen war. Ich bin sicher, dass sie seitdem genau merkt, wann sie auf Toilette muss. Trotzdem geht sie nicht immer auf Toilette, sondern macht, wenn sie eine an hat, in die Windel und wenn sie keine an hat, läuft zumindest eine kleine Menge in die Hose, bevor sie dann vor der Toilette steht und sagt “Mama, ich hab Pipi gemacht”. Morgens ist ihre Windel meist trocken von der Nacht und sie geht direkt nach dem Aufstehen verlässlich auf Toilette und macht eine große Menge Pipi und meistens auch das große Geschäft. Wenn wir danach zu Hause bleiben oder nur eine kurze Runde zu Fuß einkaufen gehen, ziehe ich ihr keine Windel an (natürlich in Absprache und sie sagt auch, dass sie keine anziehen möchte). Wenn wir mit dem Auto wegfahren, ziehe ich ihr entweder eine normale Windel oder eine Höschenwindel an, je nachdem, was sie möchte. Egal, wo wir sind, sagt sie mir dann aber nicht Bescheid, ob sie muss, geht dort nicht auf Toilette und wenn wir zurück kommen ist die Windel nass. Dann wechsle ich sie und nach dem Essen geht’s zum Mittagsschlaf, wo sie natürlich auch eine Windel trägt, deshalb lohnt es sich dann nicht mehr ohne zu bleiben vorher.

Nach dem Mittagsschlaf sind wir oft zu Hause und ich lasse ihr, wenn sie möchte, die Windel aus. Und es ist wieder das gleiche wie morgens. Sie läuft meist erst zur Toilette, wenn sie schon einen Teil in die Hose gemacht hat, steht dann vor der Toilette und sagt: Mama, ich hab Pipi gemacht. Ich helfe ihr dann, die nassen Sachen auszuziehen, setze sie auf Toilette und den Rest macht sie dann in die Toilette.

Heute Morgen hat sie nach dem Aufstehen sowohl kleines als auch großes Geschäft auf Toilette gemacht. Da wir heute nicht groß raus gehen wollen außer einem kleinen Einkauf zu Fuß, habe ich ihr die Windel ausgelassen. Konnte ja nicht viel passieren, großes Geschäft war ja bereits auch erledigt. Sie ging in ihr Zimmer und kam nach kurzer Zeit zurück und es stank auf einmal. Da hat sie doch tatsächlich noch was hinterhergemacht – ohne Windel. Ommm…..

Wenn wir bei meiner Mama zu Besuch sind oder beim Musikgarten oder in der Salzgrotte, geht sie dort sehr gerne auf Toilette und die Windel bleibt trocken. Meine Mama macht es ihr sehr interessant auf Toilette zu gehen, weil sie schon vor unserer Ankunft einen Kinderhocker für sie hinstellt, damit sie selbst drauf klettern kann und sie entsprechend lobt, wenn sie allein drauf war. In der Salzgrotte gibt es einen selbstreinigenden Toilettensitz, was natürlich auch sehr spannend ist. Und beim Musikgarten ist es offensichtlich zur Gewohnheit geworden, weil ich dort einmal vorher auf Toilette gegangen bin und dann wollte sie auch. Seitdem sagt sie immer vorher: Und dann geh ich dort auf Toilette. Es geht also, aber eben nur manchmal. Zu Hause hat sie auch einen Kinderhocker, einen Toiletten-Aufsatz für die Toilette, sie hat Bücher auf Toilette, wenn sie das möchte und ich lobe sie und freue mich, wenn es geklappt hat.

Toilette

© Mamis Blog

Ich versuche, möglichst ruhig zu reagieren und sie fürs nächste Mal wieder zu motiveren, wenn es nicht geklappt hat. Auch Belohnung (wenn sie den ganzen Tag auf Toilette geht ohne nasse Hose oder Windel, dann darf sie sich ein neues Buch aussuchen), habe ich schon versucht. Bisher ebenfalls ohne Erfolg – ein Missgeschick pro Tag haben wir mindestens, dass die Hose nass ist. Nach der Uhrzeit, also dass ich einmal pro Stunde einfach mit ihr zu Toilette gehe, möchte ich auch nicht.

Und immer öfter frage ich mich: hab ich was falsch gemacht? Frage ich sie zu oft und nerve sie dadurch damit? Vertraue und bestärke ich sie zu wenig? Hab ich den Zeitpunkt verpasst? Bin ich zu ungeduldig? Ist sie zu verwirrt, weil sie manchmal eine Windel an hat und manchmal nicht? Rede ich nicht genug oder zu viel mit ihr über das Thema? Ich habe überlegt, ob ich es einfach mal komplett probiere, dann mit wasserfester Unterlage über der Matratze und ggf. mit Höschenwindeln oder Trainerhosen im Auto und ansonsten halt immer Wechselsachen mitnehmen. Zu den Trainerhosen hab ich allerdings bei manchen gelesen, dass sie nicht viel aushalten und dass es meistens genau wie bei einer Unterhose durchläuft.

Ich weiß es nicht und bin ein bisschen ratlos. Habt Ihr Tipps und Erfahrungen für mich? Ich würde mich über Eure Kommentare, Erfahrungen und Tipps freuen.

Eure Mami Renate 

 

 

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14 thoughts on “Trockenwerden – Zeitpunkt verpasst?

  1. Liebe Renate, du hast da nichts falsch gemacht. Dass deine Große das Pipi machen vergisst, wenn sie intensiv spielt, ist ganz normal, das passiert Kindern in jeder Phase des Trockenwerdens. Sie merkt es ja dann offenbar, es ist nur das “Warnpipi”, ärgerlich, weil man trotzdem alles wechseln muss, aber zeigt, dass sie eben nach dieser Warnung ihres eigenen Körpers anhalten kann. Hat sie trotz Plastikwindeln denn ein gutes Gefühl dafür ob sie nass ist, also sagt sie das auch in Windel an? Wenn ja, würde ich gar nichts tun, wenn nein würde ich über einen kleinen Satz stoffwindeln nachdenken, denn die geben eine bessere Rückmeldung, wenn man Pipi macht und fördern somit das Bewusstsein für die eigenen Ausscheidungen.
    Auch Rituale können helfen. Das macht ihr ja schon nach dem aufstehen, man könnte das noch machen vor jedem verlassen des Hauses, wenn man wiederkommt, vor oder nach jeder Mahlzeit, wie es halt bei euch passt.
    Wird schon werden!

    • Liebe Caterina, in Windeln hat sie meiner Meinung nach kein Gefühl dafür, ob sie nass ist. Zumindest sagt sie nicht Bescheid, wenn sie macht oder gemacht hat, nur beim großen Geschäft manchmal. Ich habe aber jetzt gerade mit ihr gesprochen, ob sie noch Windeln tragen möchte und ob es normale Windeln oder Höschenwindeln sein sollen. Sie hat sich für normale Windeln entschieden. Sie hat selbst die Höschenwindeln weggepackt und auch das Töpfchen und hat gesagt, das ist für die Kleine, wenn sie größer ist. Sie hat die Toilettensitze neben die Toilette an den Haken gehängt. Und ich habe ihr gesagt, dass sie selbst entscheiden kann, wenn sie auf Toilette möchte und dann ganz allein hingehen kann wie bei der Oma. Ich werde es jetzt erstmal 2 – 4 Wochen probieren, ohne dass ich sie darauf anspreche tagsüber. Morgens nach dem Aufstehen werde ich mal schauen, ob sie es von sich aus dann sagt, dass sie auf Toilette möchte. Vielleicht klappt es bei ihr besser, dass sie quasi freie Entscheidung hat ohne dass ich “ständig” frage. Hast Du denn eine Empfehlung für Stoffwindeln? Was brauche ich dafür alles und was empfiehlst Du als “Satz”, ohne direkt ein Vermögen dafür auszugeben.

      • Ich bin eine große Freundin von Überhosen mit Prefoldlaschen. So heißen die offiziell und das bedeutet so viel wie: eine wasserdichte Hülle, in die man alles einlegen kann, was man will, von High-end-Windeleinlagen (ja, heutige Stoffwindeln sind tatsächlich High-end 😉 ) bis hin zum Gästehandtuch oder Waschlappen. Sieht dann so aus: http://die-besten-stoffwindeln.de/stoffwindel-shop/totsbots-ueberhosen-flexiwraps-wrap
        Wenn man nur noch Unfälle hat und v.a. keine großen Geschäfte mehr drin, reichen 2 Stück. Oder du investierst etwas mehr und gönnst auch der Kleinen schöne Stoffys 😉

      • Danke schön. Klar, da hast du recht. Es schadet ja nicht, sie ohne Zwang zu fragen, ob sie auf Toilette möchte. Dann kann sie selbst entscheiden und spüren ob sie muss. Wenn ich dann den Tag über Signale sehe kann ich auch fragen. Und wenn wir das Haus verlassen gehe ich ja auch oft auf Toilette, was nichts mit Uhrzeit zu tun hat sondern damit dass es unterwegs länger keine Möglichkeit gibt. Das ist ja kein Training sondern Tatsache. Danke für deine Tipps und Denkanstöße.

      • “Und wenn wir das Haus verlassen gehe ich ja auch oft auf Toilette, was nichts mit Uhrzeit zu tun hat sondern damit dass es unterwegs länger keine Möglichkeit gibt. ” So ist es. Und ich bin auch total darauf konditioniert, aufs Klo zu gehen, wenn ich heim komme. So sehr, dass ich manchmal erst an der Türe merke, wie dringend ich muss 😉

      • Und ich kann unterwegs sehr lange warten bis dass ich wieder zu Hause bin weil ich da am liebsten gehe. 😉 da weiß ich wenigstens dass es wirklich sauber ist.

      • Danke. Das schaue ich mir mal an und werde drüber nachdenken. Die Kosten hat man vermutlich schnell raus. Vielen lieben Dank für deine Tipps.

  2. Ich glaube, das sie vielleicht doch noch kein richtiges Gefühl dafür hat.. auch wenn es vorher mal geklappt hat..war hier auch so.. 5x gut gegangen und dann wieder laufen lassen.. und plötzlich, ohne viel zutun erst tagsüber trocken und zwei wochen später dann auch nachts ohne (auch wenn die Windel schon lange trocken war).. wir können die Unfälle an einer Hand abzählen.. geredet hab ich nie viel darüber.

    Und nen Zeitpunkt kannst du nicht verpasst haben, ist ja kein Zeitfenster, das dann plötzlich schließt und dann gesagt wird ätschibätsch..

    Lass ihr Zeit.. als ich mit meiner Mutter über das trockenwerden sprach vor dem Krachelinchen meinte sie nur, das kann sich nach der Geburt eh alles nochmal wieder drehen.

    Ich selber habe zumindest Nachts bis zu meinem 10ten Lebensjahr Probleme gehabt.. inkl. Krankenhaus, Medikamenten und komischen Aufhaltespielchen.. alles erfolglos bis der Kopf und die Verbindung entsprechend von selbst drauf kam..

    LG Nicola

    • Liebe Nicola, danke schön für Deinen Kommentar. Ich glaube schon, dass sie bereit ist, weil es eben auch oft klappt bzw. teilweise an den Orten aus Gewohnheit. Ich hab eher den Eindruck, dass sie nicht dran denkt, wenn sie ins Spiel vertieft ist und dann erst losläuft, wenn es zu spät ist. Ich weiß halt nur nicht, ob sie zu verwirrt ist, weil sie manchmal eine an hat und manchmal nicht. Ein Missgeschick im Auto möchte ich gerne vermeiden, deshalb hat sie da immer eine an. Wie war das bei Euch? Wann hast Du sie im Auto verlässlich weggelassen? Mit dem Zeitpunkt meinte ich, dass ich vielleicht am Anfang Ihren Wunsch auf Toilette zu gehen, nicht gut genug unterstützt habe und sie sich deshalb wieder dran gewöhnt hat, in die Windel zu machen. Liebe Grüße, Renate

      • Das ist es ja,was du sagst.. es ist bisher eine Gewohnheit.. das muss nicht zwangsläufig heißen, dass das “System” schon aktiv ist.. Wenn du sie ständig fragst, dann reagiert sie ja auch nur darauf und nicht auf “aah, da baut sich Druck auf”.. nicht falsch verstehen, habe auch anfangs öfter gefragt.. Die Große war einmal zu vertieft, da gings auch daneben.. aber mittlerweilen flitzt sie aus dem tiefsten Spiel heraus auf Toilette. Die Auto/Stadtwindel haben wir mit der Nachtwindel weggelassen.. ca. 2 wochen danach.. auch wenn stadt knifflig ist, weil toiletten nur mit fahrstuhl zu erreichen durch KiWa. klappt aber auch super.

        Im Zweifel mit ihr drüber sprechen und erstmal wieder Windel anziehen (z.B. Pants, die kann sie ja selber runterziehen).. und dann nochmal nen Anlauf starten aber etwas später..

      • Vielen Dank, Nicola.
        Ich werde ihr dann wohl einfach nochmal komplett Windeln anziehen, ihr sagen dass sie selbst entscheiden kann, wann sie auf Toilette geht und danach nichts mehr davon sagen in der Hoffnung dass es von ganz allein kommt.
        Einzig und allein als Rückschritt sehe ich es morgens an, weil sie nach jedem aufstehen wirklich sehr verlässlich gewartet hat und eben nicht in die Windel gemacht hat. Daran erkennt man ja dass sie es kontrollieren kann und bewusst tut.

      • Ich würde es als Vorenthalten einer Möglichkeit empfinden, wenn du jetzt auch nach dem Aufstehen nicht mal mehr anbietest. Aber gut, die Vorstellungen davon, was Druck ist, sind eben unterschiedlich. In meiner Welt ist es für ein Kind ein großer Gewinn, sein (v.a. großes) Geschäft nicht in eine Windel machen zu müssen..

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